• Edition Zeitblende

Die Poesien des Alltags: Von der Schönheit der unscheinbaren Dinge

Premiere der Poesien des Alltags am 17.3. 2018 im Grassimuseum, Leipzig

Im Rahmen von Leipzig liest stellten wir unsere ersten Poesien des Alltags vor. Das Grassimuseum war ein idealer Ort dafür, noch dazu, wo uns die Leute dort von Anfang an begeistert unterstützt haben. Wir hatten uns überlegt, diese Premiere mit einer Lesung, einer kleinen Ausstellung, einem Gespräch mit den Buchmachern und schließlich mit Schweizer Wein und Käse zu feiern.

Alles war gut vorbereitet, die Räume präpariert, viele Leute eingeladen und dann kam das Schneechaos – Leipzig von der Aussenwelt abgeschnitten. Der Bahnhof gesperrt und selbst die Straßenbahnen steckten fest. Wir sahen uns schon völlig allein gelassen mit viel Käse und Wein dort sitzen und uns vor Verzweiflung betrinken. Doch es kam ganz anders: Volles Haus, prima Stimmung und eine wohlwollende Neugierde, die uns richtig Mut gemacht hat. So viele Leute hatten sich zum Grassi durchgeschlagen, nur um die Schönheit zu feiern.

Der Dresdner Schauspieler Peter Härtwig las einige der Geschichten aus den Heften über das Zündholz, den Kaugummi, den Besen oder die Büroklammer. Das Publikum war erstaunt und begeistert, was sich hinter diesen scheinbar so trivialen Gegenständen alles an Geheimnissen verbergen kann.

In der anschließenden Diskussion ging es vor allem darum, wie man schöne Bücher gestaltet und ihnen ein unverwechselbares Gesicht gibt. Die Buchmacher konnten einige Anekdoten über die Entstehung der einzelnen Themen beisteuern und Kevin Breß vom Grassimuseum erklärte, wie viel Alltagsgegenstände über unser Leben erzählen.

Die Attraktion des Abends war aber unsere Eintagesausstellung mit Kaugummiautomaten, historischen Zündhölzern, Büroklammern in Ampelmännchenform, Besen mit Bart und anderen Kuriositäten. Darüber, das alles in die Hand zu nehmen und eigene Erlebnisse beizusteuern, kam man miteinander ins Gespräch. In diesem Moment waren Käse und Wein genau richtig.
Sehr zufrieden war auch die Mitarbeiterin des Museumsshops, die an dem Abend einige Liebhaber der Poesien des Alltags gefunden hat. Ein gelungener Auftakt für die Edition Zeitblende.

Weiter oben im Titelbild finden Sie paar Impressionen (einfach rechts und links klicken, um durch die Bilder zu navigieren).

Teile Deine Gedanken